#5 "Ich weiß, dass es mir nicht guttut – und kann trotzdem nicht loslassen."

Über toxische Beziehungen, den psychologischen Sog dahinter – und warum Verstehen allein oft nicht reicht. 

Der Moment, in dem du es weißt – und trotzdem bleibst 

Du kennst diesen Moment. Du verlässt ein Gespräch und fühlst dich kleiner als vorher. Du legst das Telefon weg und bemerkst, wie sich deine Schultern verspannen. Du hast gerade Zeit mit jemandem verbracht – und bist erschöpfter als zuvor. 
Du weißt es. Irgendwo tief in dir weißt du es schon lange. 
Und trotzdem bist du noch da. 

Nicht weil du schwach bist. Nicht weil du naiv bist. Sondern weil zwischen »ich erkenne es« und »ich kann loslassen« oft eine Welt liegt – eine Welt, die in uns selbst beginnt. 

Was macht eine Beziehung toxisch? 

Toxisch bedeutet nicht automatisch böse. Es bedeutet: diese Verbindung vergiftet dich – langsam, leise, oft kaum merklich. 
Toxische Menschen erkennt man weniger an einem einzelnen großen Moment als an einem anhaltenden Gefühl. Psychologisch zeigen sich bestimmte Muster, die sich wiederholen: 


  • Manipulation durch Schuld: Du fühlst dich ständig verantwortlich für die Gefühle und das Wohlbefinden der anderen Person – obwohl du nichts falsch gemacht hast.
  • Gaslighting: Deine Wahrnehmung wird in Frage gestellt. Du beginnst, dir selbst nicht mehr zu trauen. »Das hast du dir eingebildet.« »Du bist so empfindlich.«
  • Emotionale Achterbahn: Auf Wärme folgt Kälte. Auf Nähe folgt Distanz. Du läufst ständig hinterher – und weißt nie, woran du bist.
  • Energieraub: Nach dem Kontakt bist du leer. Nicht nur müde – leer. Als hätte jemand an dir gesaugt.
  • Grenzüberschreitung als Normalzustand: Deine Grenzen werden nicht respektiert. Schlimmer noch: du hörst auf, sie zu setzen, weil es sowieso nichts bringt.


Das Erschreckende: Viele dieser Muster passieren so langsam, dass wir sie lange nicht als das erkennen, was sie sind. 

Warum wir bleiben – obwohl wir es besser wissen 

Das ist die Frage, die viele Frauen sich heimlich stellen – und für die sie sich schämen. »Warum gehe ich nicht einfach?«
Die Antwort liegt nicht in mangelnder Stärke. Sie liegt in der Psychologie des Nervensystems – und in dem, was wir schon lange vor dieser Beziehung gelernt haben.

1. Traumatische Bindung
Wechsel zwischen Wärme und Kälte, zwischen Belohnung und Bestrafung – das erzeugt eine der stärksten emotionalen Bindungen, die es gibt. Das Nervensystem lernt: »Wenn ich nur genug gebe, kommt die Wärme zurück.« Dieser Mechanismus ist tief biologisch verankert.


2. Alte Prägungen aus der Kindheit
Wenn wir als Kind gelernt haben, dass Liebe Bedingungen hat – dass wir geliebt werden, wenn wir funktionieren, wenn wir still sind, wenn wir die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen stellen – dann fühlen sich toxische Beziehungen im Erwachsenenleben vertraut an. Nicht gut. Aber vertraut.

| Vertrautheit fühlt sich oft wie Liebe an. Auch wenn sie wehtut.
 
3. Geringes Selbstwertgefühl
Wer tief im Inneren glaubt, nicht genug zu sein, sucht oft unbewusst nach Bestätigung von außen – auch dort, wo sie selten kommt. Die Hoffnung: »Wenn diese Person mich endlich wertschätzt, dann bin ich es wert.«


4. Schuldgefühle und Überverantwortlichkeit 
Viele Frauen und Mütter tragen eine tief verankerte Überzeugung: »Ich bin verantwortlich dafür, wie es anderen geht.« Loszulassen fühlt sich dann an wie Versagen. Wie Grausamkeit. Auch wenn die eigene Grenze längst überschritten ist. 

Selbstsabotage – wenn wir uns selbst im Weg stehen 

Manchmal sind es nicht nur die anderen, die uns festhalten. Manchmal sind wir es selbst. 
Selbstsabotage in Beziehungen kann viele Gesichter haben: 

  • Wir sehen die roten Flaggen – und suchen eine Erklärung, warum sie diesmal nicht gelten.
  • Wir setzen eine Grenze – und nehmen sie beim ersten Widerstand zurück.
  • Wir verlassen die Situation – und kehren doch zurück, weil die Leere danach unerträglich ist.
  • Wir wählen immer wieder ähnliche Menschen – ohne zu verstehen, warum.


Das ist kein Zeichen von Dummheit. Das sind Programme – tief verankerte emotionale Muster, die unser Verhalten steuern, lange bevor unser Verstand eingreifen kann.

| Wir handeln nicht immer nach dem, was wir wissen. Wir handeln nach dem, was wir fühlen – und was wir schon immer gefühlt haben. 

Warum Verstehen allein oft nicht reicht – und was tiefer wirkt 

Viele Frauen haben bereits alles gelesen. Alles analysiert. Sie kennen ihre Muster beim Namen. Sie wissen, woher sie kommen. Und trotzdem wiederholen sie sich.
Das ist kein Versagen des Verstandes. Es ist ein Hinweis darauf, dass das Muster nicht im Kopf gespeichert ist – sondern im Körper.

Emotion Code® & Body Code® nach Dr. Bradley Nelson
In meiner Arbeit begleite ich Frauen mit dem Emotion Code® und dem Body Code® – zwei energetischen Methoden, die dabei unterstützen können, eingeschlossene Emotionen und tief verankerte Überzeugungen aufzuspüren, die unser Verhalten im Verborgenen steuern.

Die Grundidee: Erfahrungen, die wir nicht vollständig verarbeiten konnten – wie das Gefühl, nicht geliebt zu werden, wenn wir Grenzen setzen, oder die Überzeugung, nicht genug zu sein – können sich als Energie im Körper festsetzen. Sie beeinflussen, wie wir Beziehungen wahrnehmen, wie wir auf andere reagieren, und warum wir manche Muster nicht loslassen können, obwohl wir es längst wollen.

Mithilfe von Kinesiologie (Muskeltest) lässt sich sanft und ohne Konfrontation aufspüren, welche alten Emotionen noch aktiv sind – und welche Überzeugungen im Hintergrund laufen, ohne dass wir es merken. Selbstsabotageprogramme wie »Ich bin es nicht wert, respektiert zu werden« oder »Wenn ich Grenzen setze, verliere ich die Liebe« können so behutsam ans Licht kommen.

Manchmal ist das Loslassen nicht eine Frage des Wollens – sondern des Loslösenkönnens. Und dafür braucht es mehr als Verstand. 

Annas Geschichte

Es gab eine Frau, nennen wir sie Anna -  die lange nicht verstand, warum sie sich in manchen Beziehungen so klein fühlte. Sie gab. Sie passte sich an. Sie erklärte sich. Immer wieder.

Bis sie anfing, tiefer hinzuschauen. Auf die Muster, die sie selbst in sich trug. Eine Blockade, die Anerkennung innerlich abwehrte – so als wäre sie gefährlich. Eine stille Sendbotschaft, die sie unbewusst aussandte: »Ignoriere mich. Behandle mich wie ein Kind.«

Als diese und andere Muster ans Licht kamen und sich lösten, passierte etwas Merkwürdiges. Die Menschen, die von dieser Energie gelebt hatten, zogen sich zurück. Und ja, es war manchmal keine friedliche Außeinandersetzung. Einen Moment, der wehtat – und gleichzeitig befreite.

Danach war die Stille anders. Leichter. Als hätte jemand ein Fenster geöffnet.

Anna hatte plötzlich mehr Energie als seit Jahren. Sie konnte klarer erkennen, wem sie wirklich vertrauen konnte. Und fast wie von selbst kam die Kraft, sich auch von alten Dingen zu trennen – Dinge, die sie so lange mit sich getragen hatte, ohne zu wissen warum.

Ich glaube, das war kein Zufall. Das war das, was passiert, wenn alte Muster sich lösen: Das Leben sortiert sich neu.

Was du heute schon tun kannst 

Du musst nicht sofort alles verändern. Aber du kannst beginnen, hinzuhören – auf dich. 

  • Bemerke, wie du dich nach dem Kontakt mit bestimmten Menschen fühlst. Nicht während – danach. Dein Körper weiß Bescheid.
  • Nimm deine Erschöpfung ernst. Sie ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Information.
  • Frag dich: Was hält mich wirklich fest? Die Person – oder ein Gefühl, das viel älter ist als diese Beziehung?
  • Sei sanft mit dir. Muster, die jahrelang da waren, lösen sich nicht in einem Tag. Und das ist in Ordnung.


Du bist nicht schwach – du bist menschlich 

Wenn du diesen Artikel liest und dich wiedererkennst – in einer Beziehung, einer Freundschaft, einer Familienkonstellation – dann möchte ich dir etwas sagen:

Das Bleiben macht dich nicht schwach. Das Erkennen macht dich mutig.

Und der nächste Schritt – das Loslösen auf einer tieferen Ebene – der ist möglich. Nicht weil jemand es dir verspricht. Sondern weil du bereit bist, genauer hinzuschauen.

»Ich weiß, dass es mir nicht guttut.« – Das ist der Anfang. Alles andere kommt danach.

Erkennst du dich in einem dieser Muster wieder?
Dann schreib mir. Ich begleite Frauen dabei, alte Bindungsmuster und Selbstsabotageprogramme sanft aufzudecken – mit Emotion Code, Body Code und dem Vertrauen, dass Veränderung möglich ist.
Ich freue mich wirklich, von dir zu hören. ♡

Deine Laura

Schreib mir gerne, wenn Du Fragen hast oder Du kannst dich hier direkt anmelden :-) 

Du bist Vater oder suchst als Mann nach energetischer Balance? Auch du bist in meiner Praxis herzlich willkommen – schreib mir einfach oder buche dein Kennenlerngespräch. 

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