#7 PMS – wenn dein Zyklus dir etwas sagen will
Über die Weisheit des weiblichen Körpers, was hinter den Symptomen steckt – und warum PMS kein Defekt ist.
Die Tage vor der Periode – gefürchtet, ignoriert, medikamentiert
Reizbarkeit. Erschöpfung. Tränen ohne erklärbaren Grund. Brustspannen. Das Gefühl, aus der eigenen Haut fahren zu wollen. Und dann, wenn die Periode kommt, ist plötzlich wieder alles gut.
Viele Frauen kennen diesen Rhythmus. Und viele haben gelernt, ihn zu bekämpfen – mit Schmerzmitteln, mit Durchhalten, mit Entschuldigungen.
Aber was, wenn PMS kein Defekt ist? Was, wenn dein Körper in dieser Zeit nicht verrückt spielt – sondern spricht?
Dr. Christiane Northrup, Gynäkologin und Pionierin der ganzheitlichen Frauenheilkunde, beschreibt PMS nicht als Krankheit – sondern als Botschaft des Körpers, die Aufmerksamkeit verdient.
Was Dr. Northrup über PMS denkt – und warum das alles verändert
In ihrem wegweisenden Werk »Frauenkörper, Frauenweisheit« beschreibt Dr. Christiane Northrup einen Ansatz, der für viele Frauen eine Offenbarung ist: Der weibliche Zyklus ist kein Problem, das gelöst werden muss. Er ist ein Informationssystem.
Die zweite Zyklushälfte – die Zeit vor der Periode – ist laut Northrup eine Phase erhöhter Sensibilität. Das Gehirn arbeitet anders. Die rechte Hemisphäre, zuständig für Intuition, Gefühle und tiefes Erleben, wird aktiver. Gleichzeitig sinkt die Toleranz gegenüber dem, was uns nicht guttut.
Was sich als Reizbarkeit zeigt, ist oft etwas anderes: Klarheit. Die Dinge, die wir in der ersten Zyklushälfte noch wegdrücken konnten, drängen nun ans Licht. Beziehungen, die uns erschöpfen. Grenzen, die wir nicht setzen. Bedürfnisse, die wir ignorieren.
Northrup beschreibt die prämenstruelle Phase als eine Art inneres Aufräumen – der Körper will zeigen, was im Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Das bedeutet: Die Tränen vor der Periode sind kein Hormonchaos. Sie sind oft aufgestaute Wahrheiten, die endlich Raum bekommen wollen.
PMS ist multifaktoriell – und braucht einen ganzheitlichen Blick
PMS entsteht nicht durch einen einzigen Auslöser. Dr. Northrup betont, dass immer mehrere Ebenen zusammenspielen – und dass eine wirkliche Veränderung einen ganzheitlichen Ansatz braucht, der all diese Ebenen berücksichtigt.
Dazu gehören das hormonelle Gleichgewicht, die Ernährung, Bewegung und Schlaf, aber auch die Qualität unserer Beziehungen, Kindheitserfahrungen und – ein Gedanke, der vielen Frauen tief berührt – die emotionalen Themen unserer Ahninnen. Northrup beschreibt, dass wir als Frauen nicht nur unsere eigene Geschichte tragen, sondern auch ungelebte Gefühle und unverarbeitete Traumata früherer Generationen. Diesen Ansatz unterstützt auch Dr. Bradley Nelson, der Begründer der energetischen Psychologie Emotioncode® und Bodycode®. Diese ererbten Muster können sich im Körper zeigen – auch im Zyklus.
Östrogendominanz – wenn die Leber Unterstützung braucht
Einen besonderen Stellenwert hat in diesem Zusammenhang das hormonelle Gleichgewicht. Northrup beschreibt, wie eine relative Östrogendominanz – zu viel Östrogen im Verhältnis zu Progesteron – PMS-Symptome deutlich begünstigen kann. Die Leber spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie ist das wichtigste Organ für den Östrogenabbau. Damit sie diese Aufgabe gut erfüllen kann, braucht sie bestimmte Nährstoffe – darunter Vitamin C, Selen, Magnesium und B-Vitamine.
Ernährung als stiller Einflussfaktor
Auch die Ernährung hat einen direkten Einfluss auf den Hormonstoffwechsel. Ein hoher Konsum tierischer Produkte – besonders tierischer Fette und Eiweiße – kann PMS und Unterleibsschmerzen während der Periode begünstigen. Frische pflanzliche Kost, Kartoffeln und eine Reduktion tierischer Fette können die Symptome laut Northrup deutlich lindern. Nicht als Dogma – sondern als Einladung, achtsam zu beobachten, wie die eigene Ernährung den Zyklus beeinflusst.
Der Körper als Spiegel – was PMS-Symptome wirklich zeigen
Dr. Northrup und Dr. Nelson betonen in ihrer Arbeit immer wieder: Körperliche Symptome haben eine emotionale und seelische Dimension. Das gilt besonders für den weiblichen Zyklus.
Reizbarkeit und Wut
Wut, die in der prämenstruellen Phase auftaucht, ist laut Northrup oft keine neue Emotion – sondern eine aufgestaute. Frauen, die gelernt haben, Wut zu unterdrücken, Konflikte zu vermeiden und sich anzupassen, erleben diese Energie kurz vor der Periode besonders intensiv. Der Körper lässt durch, was der Verstand zurückgehalten hat.
Erschöpfung und das Bedürfnis nach Rückzug
Die prämenstruelle Phase lädt biologisch zur Verlangsamung ein. Viele Frauen kämpfen dagegen an – weil Rückzug in unserer Gesellschaft als Schwäche gilt. Northrup beschreibt diesen Rückzug als notwendige Regeneration, nicht als Versagen. Der Körper braucht Stille. Und wenn wir sie nicht geben, fordert er sie sich mit Erschöpfung zurück.
Weinen und emotionale Überwältigung
Tränen kurz vor der Periode sind oft ein Zeichen dafür, dass etwas Unverarbeitetes Platz braucht. Northrup sieht darin keine Schwäche, sondern einen reinigenden Prozess – der Körper entlädt, was die Seele noch nicht aussprechen konnte.
Körperliche Symptome wie Brustspannen und Krämpfe
Auch körperliche PMS-Beschwerden betrachtet Northrup im Zusammenhang mit emotionalen Mustern. Chronische Anspannung, ungelöste Konflikte und unterdrückte Gefühle können hormonelle Dysbalancen begünstigen – weil Körper und Psyche untrennbar verbunden sind.
Was wirklich hinter PMS steckt – der tiefere Blick
Northrup beschreibt in ihrer Arbeit ein Muster, das sie bei vielen Frauen mit starkem PMS beobachtet hat: Sie sind Meisterinnen im Funktionieren. Sie kümmern sich um andere, setzen ihre eigenen Bedürfnisse zurück und halten vieles still, was eigentlich Ausdruck braucht.
Die zweite Zyklushälfte ist dann die Zeit, in der dieser Mechanismus zusammenbricht – weil der Körper ihn nicht mehr trägt. Was die ganze Zeit unterdrückt wurde, bricht durch.
Das ist keine Schwäche. Das ist Ehrlichkeit des Körpers.
PMS kann ein Signal sein: Irgendetwas in meinem Leben braucht Aufmerksamkeit. Irgendetwas darf endlich gehört werden.
Wo Emotion Code® & Body Code® ins Spiel kommen
Wenn wir PMS nicht nur als hormonelles Problem, sondern als Signal des Körpers verstehen – dann stellt sich eine andere Frage: Welche alten Gefühle und Muster tragen dazu bei, dass dieses Signal so laut werden muss?
Emotion Code & Body Code nach Dr. Bradley Nelson
In meiner Arbeit mit Frauen erlebe ich immer wieder, wie eng PMS-Symptome mit tief gespeicherten Emotionen zusammenhängen. Eingeschlossene Gefühle wie Wut, Trauer, Scham oder das Gefühl, nicht gehört zu werden, können sich im Körper festsetzen – und die natürlichen hormonellen Schwankungen des Zyklus verstärken.
Unbewusste Programmierungen wie »Ich darf keine Last sein« oder »Meine Bedürfnisse sind unwichtig« laufen still im Hintergrund – und zeigen sich besonders deutlich in der prämenstruellen Phase, wenn die Schutzmechanismen des Alltags nachlassen.
Mithilfe des kinesiologischen Muskeltests lässt sich sanft aufspüren, welche alten Emotionen und Überzeugungen noch aktiv sind – und was der Körper schon lange mitträgt, ohne dass wir es bewusst bemerkt haben.
Frauen, die diese Arbeit kennen, berichten manchmal von Erfahrungen wie diesen:
- »Meine Reizbarkeit vor der Periode ist deutlich ruhiger geworden – als wäre der innere Druck weniger.«
- »Ich kann jetzt besser wahrnehmen, was mein Körper in dieser Zeit braucht – und gebe es mir auch.«
- »Ich habe verstanden, dass mein PMS mir etwas sagen wollte. Seitdem höre ich anders hin.«
Das sind persönliche Erfahrungen – keine Versprechen. Jede Frau und jeder Zyklus ist anders.
Ein wichtiger Hinweis: Wenn PMS-Beschwerden stark und belastend sind, ist ärztliche und gegebenenfalls psychotherapeutische Begleitung ein wertvoller Schritt. Meine Arbeit versteht sich als ergänzender Weg – für das, was auf emotionaler und energetischer Ebene noch mitschwingt.
Was wäre, wenn du deinen Zyklus nicht mehr bekämpfst – sondern anfängst, ihm zuzuhören?
Was du heute schon tun kannst
Du musst nicht sofort alles verändern. Aber du kannst beginnen, anders hinzuhören – auf das, was dein Körper dir in der zweiten Zyklushälfte zeigt.
- Führe ein Zyklustagebuch. Notiere, was in den Tagen vor der Periode auftaucht – Gefühle, Gedanken, körperliche Signale. Muster werden sichtbar.
- Frag dich: Was will diese Reizbarkeit mir sagen? Nicht bekämpfen – nachfragen. Oft steckt eine wichtige Wahrheit dahinter.
- Gib dir Erlaubnis zur Verlangsamung. Die prämenstruelle Phase ist biologisch eine Zeit des Rückzugs. Du kämpfst nicht gegen deinen Körper – du arbeitest mit ihm.
- Nimm deine Bedürfnisse ernst. Nicht nur in dieser Phase. Aber besonders dann, wenn dein Körper sie besonders laut einfordert.
Dein Zyklus ist keine Störung – er ist deine Sprache
Dr. Northrup beschreibt den weiblichen Zyklus als einen monatlichen Einladung zur Selbstbegegnung. Nicht als Last. Nicht als Problem. Sondern als Wegweiser.
PMS ist kein Beweis dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es kann ein Zeichen sein, dass etwas in deinem Leben Aufmerksamkeit braucht – etwas, das du vielleicht schon lange weißt, aber noch nicht gehört hast.
Dein Körper spricht. Er hat immer gesprochen. Vielleicht ist jetzt der Moment, ihm zuzuhören.
»Was will mir mein Körper in dieser Zeit sagen?« – Das ist die Frage, die alles verändern kann.
Erkennst du dich in diesem Thema wieder?
Dann schreib mir. Ich begleite Frauen dabei, die emotionalen Muster hinter körperlichen Beschwerden sanft aufzudecken – mit Emotion Code®, Body Code® und einem tiefen Respekt vor der Weisheit des weiblichen Körpers.
Herzliche Einladung: Ich entwickle gerade einen Online-Kurs für Frauen – über weibliche Kraft, Körperweisheit und das, was hinter körperlichen Symptomen steckt. Möchtest du dabei sein? Schreibe mir über das Kontaktformular mit dem Betreff "Weibliche Kraft" und ich melde mich persönlich bei dir, wenn der Kurs bereit ist.
Ich freue mich wirklich, von dir zu hören. ♡
Deine Laura